Markt-Rückblick 2024: Gewinner, Trends und Chancen für 2025

  • Rückblick auf ein hervorragendes Aktienjahr 2024
  • Gold als strategische Anlagekomponente mit Top-Performance
  • Makro-ökonomischer Ausblick auf 2025

Das abgelaufene Jahr wird vielen Aktieninvestoren in ähnlich eindrucksvoller Erinnerung bleiben wie schon 2023. So konnten auch diesmal wieder alle wichtigen Aktienmärkte zum Teil außergewöhnlich hohe Kursgewinne erzielen, wobei der „Spitzenplatz“ einmal mehr an die Technologie-Börse NASDAQ erging.

Mit einem Wertzuwachs von knapp 26 Prozent lieferten die Unternehmen im relevanten NASDAQ 100-Index das zweite Jahr in Folge Ergebnisse ab, die ihresgleichen suchen. Speziell der Hype um das Thema „Künstliche Intelligenz“ hat den Big Tech-Werten einen zusätzlichen Schub verliehen, womit die oft als „Magnificent 7“ bezeichneten Titel ihre Dominanz sowohl im breiten S&P 500-Index der USA als auch im Weltaktien-Index weiter ausbauen konnten.

Mittlerweile hat daher die Marktkapitalisierung dieser Wachstumsaktien (Apple, Amazon, Alphabet, Microsoft, Meta, Nvidia, Tesla) Dimensionen angenommen, die vor zehn Jahren undenkbar gewesen wären. So beläuft sich deren aktuelle Gewichtung im US-Markt auf 30 Prozent und im MSCI World auf stattliche 22 Prozent. Insgesamt bleiben somit amerikanische Growth-Titel weiterhin unangefochten in der Gunst der Anleger, was sich auch klar im direkten Vergleich zu den großen Value-Werten zeigt, die auf einen moderaten Wertzuwachs inklusive Dividenden von etwas über zwölf Prozent (S&P 500 Value) gekommen sind.

Diese relative Schwäche von Substanz-Titeln war auch dafür verantwortlich, dass der allseits bekannte Dow Jones-Index, der vorrangig aus solchen Unternehmen besteht, im vergangenen Jahr „nur“ einen Kursgewinn von 15 Prozent inkl. Dividenden verzeichnen konnte und damit deutlich abgeschlagen hinter dem S&P 500 mit einem Total Return von 25 Prozent rangiert.

Auch für die europäischen Börsen war das vergangene Jahr positiv, auch wenn nicht in diesem Ausmaß. Mit einem beachtenswerten Plus von über 18 Prozent liegt dabei der deutsche Aktienmarkt (DAX) signifikant vor dem Euro Stoxx 50 mit elf Prozent inkl. Dividenden. Damit signalisiert der Index der Euro-Zone vor allem die momentane Konjunkturschwäche und die Sorgen vieler Investoren vor möglichen Import-Zöllen durch die Trump-Administration.

Bis zur Jahresmitte konnten europäische Valoren durchaus mit amerikanischen Titeln mithalten, aber mit zunehmender Wahrscheinlichkeit eines Trump-Sieges wurde vermehrt in US-Werte umgeschichtet, was die Stagnation des Euro Stoxx 50 in der zweiten Jahreshälfte erklärt. Gesagtes gilt ebenso für den breiter gefassten paneuropäischen Aktienindex Stoxx Europe 600, der u. a. auch Werte aus Großbritannien oder der Schweiz beinhaltet. Seine Wertentwicklung liegt mit knapp über sechs Prozent sogar hinter der des Euro Stoxx 50.
 

Massiver Anstieg des Goldpreises 


Auch wenn das Edelmetall nach der Wahl von Donald Trump leicht korrigiert hat, wird 2024 mit einem Anstieg von 27 Prozent als eines der besten Jahre in die Geschichte des Goldes eingehen. Maßgeblich für diese außerordentlich starke Performance waren primär die Zukäufe der Zentralbanken vieler Schwellenländer, die im Zuge einer angestrebten „Ent-Dollarisierung“ ihre die Abhängigkeit von der US-Währung reduzieren wollen.

Dabei wurden und werden die bestehenden Devisenreserven diversifiziert und US-Dollar-Bestände zugunsten von Gold verkauft. Dies ist zurzeit auch der bestimmende Grund, warum sich traditionelle Prognose-Modelle oder Korrelations-Zusammenhänge kaum für Goldpreis-Vorhersagen eignen.

Waren früher zum Beispiel hohe Inflationszahlen klare Anzeichen für einen steigenden Goldpreis und umgekehrt, so gilt dies gegenwärtig nicht mehr so zwangsläufig, denn bei rückläufigen Teuerungsraten hätte in 2024 der Wert des Edelmetalls eher stark fallen müssen. Losgelöst von überstrapazierten Aussagen wie „geopolitischen Umwälzungen“ oder „Beginn eines neuen Kalten Krieges“ ist festzuhalten, dass Gold immer schon einen „sicheren Hafen“ dargestellt hat.

Gold ist neben Industriemetall vor allem „gefühlte Sicherheit“ und damit prinzipiell auch schwierig mit mathematischen Modellen greifbar. Was daher die mögliche Preisentwicklung für 2025 anbelangt, so bleiben aus fundamentaler Sicht die unterstützenden Rahmenbedingungen im Wesentlichen bestehen, denn weder ist mit einem signifikanten Rückgang der Zentralbank-Transaktionen noch mit einer Verbesserung der Haushaltsdefizite in vielen Ländern zu rechnen.

Gerade die Bedenken der Investoren hinsichtlich einer ausufernden Neuverschuldung in den Vereinigten Staaten führt neben steigenden Renditen amerikanischer Staatsanleihen auch zu einem Ausweichen auf Gold. Sollten zudem heuer die Leitzinsen in den USA nochmals gesenkt werden, dürfte dies ebenfalls ein gewisses Momentum für Gold bewirken. Realistischer Weise ist aber davon auszugehen, dass das Potenzial für weitere Avancen 2025 geringer sein wird als im vergangenen Jahr, was nicht nur am Goldpreis selbst, sondern auch am teuren US-Dollar liegt. Beides wirkt naturgemäß bremsend auf die private Goldnachfrage, besonders in China und Indien, die bekanntermaßen einen hohen Abnahmebedarf bei Schmuck haben.
 
Aktienmärkte im Dezember 2024 und Ausblick auf 2025

Zum Jahresausklang hat im letzten Monat der Schwung an den internationalen Aktienmärkten schon teilweise nachgelassen, was zu entsprechenden Gewinnrücknahmen geführt hat, besonders bei Value-Titeln in den USA. Tech- und Growth-Aktien konnten etwas besser performen, wodurch sich für die Nasdaq ein leichtes Plus und für den S&P 500 Abschläge von mehr als zwei Prozent ergaben.

In Europa war die Entwicklung mit fast zwei Prozent zufriedenstellend, was aber die Jahres-Differenz zum US-Markt nur geringfügig verringert hat. Bezüglich den Prognosen für 2025 sind die Vorzeichen grundsätzlich positiv gestaltet, zumal mit Donald Trump ein Präsident gewählt wurde, der für Deregulierungen und Steuersenkungen eintritt und eine strikte „America First“-Politik vertritt, was zur Stärkung der US-Wirtschaft beitragen sollte.

Demgegenüber bedeuten die geplanten Importzölle aber auch wenig kalkulierbare Risiken eines globalen Handelskrieges. Bei den Fundamentaldaten bleibt die USA weiter voran. Mit einem nach wie vor boomenden Arbeitsmarkt und einem erwarteten Konjunkturwachstum von über zwei Prozent besteht ein anhaltend positives Makro-Umfeld.

Dazu kommen als Stütze der amerikanischen Prosperität noch das starke Verbrauchervertrauen sowie ein ausgeprägter Investitions-Optimismus der Unternehmen.  Gegenwind könnte sich lediglich aufgrund der seit September wieder leicht gestiegenen Inflation aufbauen. Im November lag die Teuerung bei 2,7 Prozent, was von der Tendenz her nicht dem erklärten Fed-Ziel eines nachhaltigen Inflationsrückgangs auf zwei Prozent entspricht.

Damit reduzieren sich auch die Chancen in Bezug weiterer Leitzins-Senkungen. Nach drei Zinsschritten 2024 im Gesamtausmaß von einem Prozentpunkt werden von Vertretern der US-Notenbank gegenwärtig nur zwei weitere Senkungen angenommen, was für die Aktienmärkte aber als neutral zu werten ist.

Schätzungen für das Gewinnwachstum hingegen zeigen ein sehr erfreuliches Bild. So sollten gemäß Konsensus-Erwartungen die Profite im S&P 500 um etwa 15 Prozent und im NASDAQ 100 sogar um mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen, was als solide Absicherung der amerikanischen Börsen zu betrachten ist.

Lediglich die hohen Bewertungen im Large Cap-Growth-Segment bereiten dahingehend Sorgen, dass sich bei einem Anhalten der Anlegerpräferenzen die Kurse zu weit von den realen Unternehmensfakten entfernen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der künftigen Gewinne notiert der S&P 500 bei etwa 23, was höher als vor der Finanzkrise 2008 ist.

Wünschenswert wäre daher eine stärkere Beachtung günstigerer Marktsegmente wie US-Dividenden-Werte bzw. Value-Titel. So beträgt beispielsweise das KGV des MSCI USA Value-Index vergleichsweise geringe 17.

Auch europäische Aktien, die seit Monaten von Investoren vernachlässigt werden, gelten international als unterbewertet. Bei einem prognostizierten Gewinnanstieg von mehr als acht Prozent liegen die Bewertung per Ende 2024 im Bereich von 13. In diesen Kursen wird schon eine Menge an Befürchtungen wie wirtschaftliche Stagnation oder verringerte Wettbewerbsfähigkeit eingepreist, wobei gerne vergessen wird, dass der volkswirtschaftliche Zustand Europas für deren global agierende Konzerne nur bedingt relevant ist.

Auch wenn der bekannte Ausspruch, dass „Amerika Innovationen und Europa nur Regulierungen schafft“ seine Berechtigung hat, können viele Gesellschaften, die in Europa beheimatet sind, durch Flexibilität, Digitalisierung und Verlagerung von Produktionsstätten solide und nachhaltige Gewinne erwirtschaften. 

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